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„Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, ein vernünftiges Wort sprechen.“ _Johann Wolfgang von Goethe
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Christus als Sonnengott

 
Der römische Kaiser Aurelian legte den 25. Dezember 274 nach Christus fest als Tag des römischen Sonnengottes: Sol invictus. Das bedeutet "unbesiegbarer Sonne(ngott). Eine Zeitlang war Sol invictus römischer Reichsgott. Dargestellt wurde er mit Sonnenkranz, der hinter dem Kopf hervorstrahlt.

Kommt uns bekannt vor?

In der Spätantike sahen Christen Parallelen zwischen Christus und dem Sonnengott. Jesus wurde als der wahre Sonnen(gott) beschrieben, als "Christus verus Sol".

Der Autor der Offenbarung berichtet von seiner Vision der Rückkehr des Jesus Christus in der Endzeit der Welt:

"Und [Jesus Christus] hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und (...) sein Angesicht leuchtete wie die helle Sonne."

_BIBEL, Offenbarung, 1:16

Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember im Jahr 336 erstmals schriftlich belegt. Sehr wahrscheinlich wurde der Tag nach Heiligabend schon vorher gefeiert.

Das Christentum war zuerst eine innerjüdische Angelegenheit

Dass auch Nicht-Juden Christen werden konnten, musste erst extra beschlossen werden von den sogenannten Juden-Christen.

Die religiösen Juden warten auf den Messias, den Erlöser. Dass Jesus von Nazareth dieser Erlöser sei, musste nachgewiesen werden. 

Im Alten Testament wurde nach Hinweisen gesucht auf die besondere Rolle Jesu. Im Alten Testament finden sich die Bücher der Bibel, die den Juden heilig sind. Begonnen wurde die Suche nach Jesu Rolle am Anfang des Alten Testaments. Die ersten Hinweise wurden im ersten und vierten Buch Mose gefunden. 

Die ersten Hinweise sind sehr allgemein, so der Hinweis, dass es Frauen gibt, das soll hinweisen, wie Jesus in die Welt kam. Dann folgen Hinweise, dass ein Nachfahre von Abraham und König David Großes tut.

Der erste konkrete Hinweis, den man passend auf Jesus beziehen kann, findet sich im Buch, das dem Propheten Jesaja zugeschrieben wird:

"Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; er heißt Wunderbar, Rat, Held, Ewig-Vater Friedefürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Stuhl Davids und in seinem Königreich, daß er's zurichte und stärke mit Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN (...)."

_BIBEL, Jesaja, 9:6-7

Der erste Bezug dazu im Neuen Testament finden wir im Evangelium nach Matthäus 1:1, dort steht:

"Dies [folgende Matthäus-Evangelium] ist das Buch von der Geburt Jesu Christi, der da ist ein Sohn [= Nachfolger] Davids, des Sohnes Abrahams."

Jesus und die römischen Formulare ODER Literatur und Mythos siegen

Jesus und die römischen Formulare 
ODER Literatur und Mythos siegen

Nein, Josef und Maria, brauchten keinen Passierschein A38, der Asterix und Obelix in den Wahnsinn trieb. ABER:

Die Berichte von der Geburt Jesu sind Literatur. In der unbedingt Jesus in Bethlehem geboren sein musste. Somit wäre er im selben Ort geboren wie der legendäre König David. Das war theologisch wichtig, um aus Jesus den Messias zu machen, der aus der Linie des David stammen muss. Auf ihren echten Messias warten die Juden heute noch. 

Sehr wahrscheinlich wurde Jesus in Nazareth geboren. Das wird deutlich aus vielen Hinweisen.

Die Evangelisten scheuchen Jesus Eltern literarisch nach Bethlehem. Als literarisch Grund fanden die heiligen Autoren die Volkszählung der Römer.

Jeder Haushaltsvorstand im römischen Reich musste seine Steuererklärung an seinem Geburtsort abgeben. Das wussten die Autoren. Sie standen wohl selbst oft in der Schlange vor dem Schalter.

Allerdings: Josef, der Vater von Jesus konnte nicht betroffen sein von der Volkszählung. Es gab zwei Zählungen: Besitz und Einkommen römischer Bürger wurde gezählt und getrennt davon Besitz und Einkommen der Menschen in den Provinzen, die kein römisches Bürgerrecht hatten. Die beiden Zählungen waren zwei getrennte Verwaltungsvorgänge. 

Römischer Bürger konnte Jesus, als Sohn von Josef, nicht sein, dann  hätte Jesus nicht gekreuzigt werden dürfen. Römische Bürger wurden zur Todesstrafe geköpft, nicht gekreuzigt.

Und als Mensch, der angeblich aus Bethlehem stammt, hätte Josef auch nicht gezählt als Provinzbewohner. Bethlehem lag im Reich des Herodes. Der war zwar eine Marionette der Römer, sein Reich aber keine römische Provinz zur Zeit der Geburt Jesu.

Jedenfalls passt die Geburt Jesu in Bethlehem zwar theologisch und literarisch, aber nicht zu faktischen Gegebenheiten. 

Auch der Kindermord auf Befehl des Herodes als Grund für die Flucht der Eltern Jesu kann historische nicht nachgewiesen werden. Herodes war sehr verhasst bei den Juden. Deshalb konnte ihm literarisch wohl auch so ein Greul untergeschoben werden. Nach dem Motto: Der frisst auch kleine Kinder...

Wichtig bleibt theologisch die literarische Form der Geburt Jesu. Es geht um den Glauben und bei Gott und durch Gott wird alles möglich. Das sagt schon der Evangelist Lukas in seiner Weihnachtsgeschichte. 

Die Löcher im Pergament

Das Pergament mit der Heilsgeschichte nach Philippus wurde in der nord-ägyptischen Stadt Nag Hammadi gefunden. Verfasst wurde der Text im 3. Jahrhundert nach Christus. Auf Griechisch,  das damals in Nord-Ägypten von vielen Menschen gesprochen wurde. Wir wissen, der Text fand keinen Eingang in die Bibel.

Der Autor berichtet von Maria Magdalena, von Maria aus Magdala. Sie war die Frau, die die Auferstehung Jesu als erste bezeugte. Vorher hatte sie lange zum Anhang von Jesus gehört.

Es wird seit Jahrhunderten überlegt und gestritten, welche Rolle Maria M. für Jesus gespielt hat? War sie seine Frau, seine Geliebte? 

Eine Schlüsselrolle spielt ein Loch im Pergament. Dort, wo von Übersetzern das Wort Mund eingefügt wurde. Würde das Wort Stirn eingesetzt, hätte das eine ganz andere Wirkung.

Das Abraham-Prinzip

Gerade trafen sich Papst und Aiatolla, die Oberhäupter der Katholiken und der schiitischen Muslime in der Gegend der antiken Städte Ur und Uruk im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris.

Ur und Uruk waren vielleicht die ersten Städte der menschlichen Zivilisation im heutigen Sinne. Gilgamesch und Abraham kommen von dort. Von Gilgamesch handelt die erste geschriebene Erzählung der Menschheit, Abraham wird verehrt von Juden, Christen und Muslimen.

Der Altvater Abraham verkörpert das Prinzip der Gnade durch unbedingten Gehorsam. Darauf lassen sich trefflich Staaten und Religionen gründen.

Meist beginnt die Weisungskette allerdings eine Etage unterhalb von Gott, auf einem menschlichen Thron, später hinter einem menschlichen Schreibtisch.

Das Gebot des Gehorsams bleibt davon unberührt. Der menschliche Beginn der Weisungskette beruft sich auf seine Eingebung von Gott oder Auswahl durch Gott oder seine Legitimation durch eine Wahl. In den Schriftreligionen steht das geschrieben in Büchern: Thora, Bibel, Koran. Die enthalten angeblich die Dienstanweisungen Gottes an die Menschen.

Die Gefahr des Abraham-Prinzips:
Gottes Wille unterliegt der obersten menschlichen Interpretation und amtlichen Auslegungen. Und Gottes Wille muss den Dienstweg nehmen. Wo schon viel unter verschiedenen menschliche Schreibtische fiel. 

Jesus als der letzte Prophet der Christen, der vorletzte Prophet der Muslime und Jesus als Jude und Sohn des jüdischen Gottes bringt die Schwachen und Geringen ins Spiel.

Jesus fordert: Eine Religion, Frömmigkeit und Gottesnähe sollen sich messen lassen an der Art und Weise, wie umgegangen wird mit den Schwachen, den Kranken, den Kindern und den Niedrigen und Geringen.

Daraufhin: Die Mächtigen schlugen Jesus ans Kreuz zur öffentlichen schändlichen Hinrichtung.