Galgenbruders Lied
an Sophie, die Henkersmaid
„Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, ein vernünftiges Wort sprechen.“ _Johann Wolfgang von Goethe
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Shakespeare subversiv
HAMLETS Monolog (Neudeutsch: Hamlet sein Monolog) Wer wissen will, warum Shakespeare für die Ewigkeit schrieb und wie tief er die Menschen kannte und ihre Gesellschaft, der sollte immer wieder die Gründe lesen, warum Hamlet überlegt, sich umzubringen.
HERZ mein Herz...
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| Leberblümchen im Hainich |
Und ertrage dein Geschick,
Neuer Frühling gibt zurück,
Was der Winter dir genommen.
Und wie viel ist dir geblieben!
Und wie schön ist noch die Welt!
Und, mein Herz, was dir gefällt,
Alles, alles darfst du lieben!
_Heinrich Heine
Foto: Michael Zeng
OSTERN kurz und lang
Viele reden von und über Ostern,
was steht denn eigentlich in der Bibel
dazu?
Interessant: Ursprünglich umfasste die
Ostererzählung nur die Verse Markus Kapitel 16 eins bis elf
Die VIER Jahreszeiten: DER FRÜHLING
Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite.
Kling hinaus, bis an das Haus,
Wo die Blumen sprießen,
Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich lass sie grüßen.
Heinrich Heine
Coaching by Goethe
Johann Wolfgang von Goethe
Der Schatzgräber
Arm am Beutel, krank am Herzen,
Schleppt ich meine langen Tage.
Armuth ist die größte Plage,
Reichthum ist das höchste Gut!
Und zu enden meine Schmerzen,
Ging ich einen Schatz zu graben.
Meine Seele sollst du haben!
Schrieb ich hin mit eignem Blut.
Wenn die KOPIE besser ist als das ORIGINAL: Muppets top toll
Die Kopie
Das Original
Der Bonus: The Electric Mayhem, Das elektrische Chaos, die Muppet-Band interpretiert AC/DC : "It's a Long Way to the Top (If You Wanna Rock 'N' Roll)" Beaker gets the Rock'N'Roll
Janice zupft ´ne heiße Saite auf der Lead-Gitarre.
The pink Floyd Pepper übernimmt mit dem Bass.
The Animal gibt alles!
Und Zoot am Sax - genial!
Das Original
Der Bonus: The Electric Mayhem, Das elektrische Chaos, die Muppet-Band interpretiert AC/DC : "It's a Long Way to the Top (If You Wanna Rock 'N' Roll)" Beaker gets the Rock'N'Roll
Janice zupft ´ne heiße Saite auf der Lead-Gitarre.
The pink Floyd Pepper übernimmt mit dem Bass.
The Animal gibt alles!
Und Zoot am Sax - genial!
ANFANG und ABSCHIED bei Hermann Hesse
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| Sonnenuntergang vom Harsberg aus gesehen. Foto: ich |
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Der HERBST kommt
Herbsttag
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| Verblühende Glockenblume im Vorherbst. |
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
_Rainer Maria Rilke
"Am Ende gilt doch nur,
was wir getan und gelebt - und nicht, was wir ersehnt haben."
_Arthur Schnitzler
CRASH! BOOM! BANG! oder der schöne Augenblick der (traurigen) Liebe
ROXETTE gelang ein Lied über den Augenblick, in dem wir uns verlieben. Egal, ob glücklich oder nicht. Das ICH im Text verliebt sich immer wieder unglücklich. "Mein Herz trifft auf eine Mauer!" Trotzdem verliebt sich das ICH immer wieder. Zu mächtig ist der göttliche Augenblick des CRASH! BOOM! BANG!
CRASH! BOOM! BANG!
Songtext, frei von mir übersetzt
Mein Papa hat mir gesagt, halt dir
Ärger vom Hals.
Wenn Du Deinen Mann gefunden haben,
stell sicher, dass es der Richtige ist.
Ich habe es gelernt, nichts dauert
wirklich ewig.
Ich schlafe ein mit Narben, die nicht
heilen.
Die werden nie heilen.
Denn jedes Mal, wenn ich mich verliebe:
Crash! Boom! Bang!
Erfahre ich: Mein Herz trifft auf eine
Mauer!
Crash! Boom! Bang!
Das ist das Schicksal, das ist das
Spiel,
Und der Schmerz bleibt immer gleich.
Ich laufe durch leere Straße nach
Nirgendwo
Ich gehe durch die Straßen und Viertel,
die ich einst kannte.
Meine Mama hat mir gesagt, folge nicht
der Trauer.
Aber ich habe das immer getan, und oh
Gott: Ich tue es wieder.
Ich breche immer wieder die Regeln.
Ich fliege nach oben, ich stürze ab.
Jedes Mal, wenn ich mich verliebe:
Crash! Boom! Bang!
Dann trifft mein Herz auf eine Mauer.
Crash! Boom! Bang!
Das ist mein zweiter Name.
Es ist immer das Gleiche
Das ist das Spiel,
Und der Schmerz bleibt immer gleich.
Ich fühle in mir immer noch die Hitze,
Aber langsam fällt der Glanz vom
Himmel.
Und der Geschmack von Küssen wird
Durch den Regen zerschmetterten
Ich bin aufgewühlt
vom Schlagen meines Herzens.
Ich fliege nach oben, ich stürze ab.
Ohh
Jedes Mal, wenn ich mich verliebe:
Crash! Boom! Bang!
Erfahre ich: Die Rosen sterben und
fallen nieder.
Crash! Boom! Bang!
Das ist der Ruf, das ist das Spiel,
und der Schmerz bleibt gleich.
Das ist mein zweiter Namen.
Es ist immer das Gleiche.
Oh yeah ... Oh yeah
Es ist immer das Gleiche.
Es ist immer das Gleiche.
Das zweitschönste LIEBEsLIED: Like A Bridge Over Troubled Water
Das zweitschönste Liebeslied kennen wir alle. Wir kennen es von Simon and Garfunkel.
Was könnte ein Mensch einem anderen mehr versprechen, als dem geliebten Menschen eine Brücke zu sein über tosendem Wasser. Zu helfen, da zu sein, wenn es dem geliebten Menschen schlecht geht.
Gesungen hat das Lied auch Johnny Cash, der große Cowboy der Musik. Von ihm gesungen klingt das Lied tiefer. Er sang es als alter Mann. Und wer den Film Walk The Line gesehen hat, der weiß: Johnny Cash hat viel erlebt und erlitten. Er war hoch oben und tief unten. Irgendwann trug er nur noch schwarz.
Was könnte ein Mensch einem anderen mehr versprechen, als dem geliebten Menschen eine Brücke zu sein über tosendem Wasser. Zu helfen, da zu sein, wenn es dem geliebten Menschen schlecht geht.
Gesungen hat das Lied auch Johnny Cash, der große Cowboy der Musik. Von ihm gesungen klingt das Lied tiefer. Er sang es als alter Mann. Und wer den Film Walk The Line gesehen hat, der weiß: Johnny Cash hat viel erlebt und erlitten. Er war hoch oben und tief unten. Irgendwann trug er nur noch schwarz.
Der Lied-Text, frei von mir übersetzt.
Wie eine Brücke über tosendem Wasser
"Wenn Du müde bist,
Wenn Du dich klein fühlst,
Wenn Tränen in deinen Augen stehen.
Ich werde sie alle trocknen.
Ich bin auf Deiner Seite.
Wenn die Zeiten rauer werden.
Und Du keine Freunde mehr findest.
Wie eine Brücke über tosendem Wasser
Werde ich sein für Dich.
Ich werde bei Dir sein.
Wie eine Brücke über tosendem Wasser
Werde ich bei Dir sein.
Wenn Du ganz unten bist,
Wenn Du am Boden bist,
Wenn Du den Abend fürchtest,
Will ich Dich trösten.
Ich werde bei Dir sein, alles mit Dir
teilen,
Wenn die Dunkelheit kommt.
Und Schmerz überall ist.
Wie eine Brücke über tosendem Wasser,
Werde ich für Dich sein.
Wie eine Brücke über tosendem Wasser
Werde ich für Dich sein.
Nimm das Steuer meine Silberfee.
Segel weiter.
Deine Zeit ist gekommen: Siehe, Du
funkelst.
Alle Deine Träume werden wahr.
Schau, wie sie funkeln!
Wenn Du einen Freund brauchst,
Segle ich hinter Dir, bin in Deiner
Nähe.
Wie eine Brücke über tosendem Wasser
Werde ich Dein Herz leicht machen.
Wie eine Brücke über tosendem Wasser,
Werde ich Deine Seele schweben lassen."
Was ist den nun das schönste Liebeslied? Es ist das Lied, bei dem ihr eure große Liebe kennen gelernt habt. Oder bei dem der Crash! Boom! Bang! kam. Aber das ist eure Geschichte...
Anni-Frids GEHEIMNIS
„Ihr habt einen kindlichen Geist
empfangen, durch den wir rufen: Abba (...)!“
Das schrieb der Apostel Paulus an die
Römer 8,15
ABBA-Forscher in der ganzen Welt sehen
hier das Wunder der Erwähnung in der Bibel. Das glauben Fans der
schwedischen Pop- äh, Pop-Giganten.
Mit kindlichem Geist hören wir, äh,
ich... wir doch irgendwie alle die Songs von Agneta, Anni-Frid, Björn
und Benny. Sehr romantisch.
Ich kenne Musiker, die versprachen
sich: Wer überlebt, der spielt „Arrival“ von ABBA auf der
Beerdigung des anderen. Sehr romantisch.
Das Romantischste an ABBA ist aber für
mich die Geschichte hinter dem Song „Fernando“:
Anni-Frid, die Brünette, war
verheiratet mit Benny. Oder war´s Björn?
Aber da gab es einen... Nennen wir ihn
Fernando. (Die ABBAs taten das.) Der war´s. Der war der Mann in
Anni-Frids Leben. Dem ist der Song Fernando gewidmet.
Fernando!
Gab es Fernando nun oder nicht?
Legende, Liebe oder Marketing?
Das bleibt des Geheimnis von ABBAs
berühmtesten Song, der zehn Millionen Mal verkauft wurde: FERNANDO! Zehn Millionen Fernandos!
„Ihr habt einen kindlichen Geist
empfangen, durch den wir rufen: Abba (...)!“
Das schrieb der Apostel Paulus an die
Römer 8,15
Arrival mit großem Orchester:
"Dem was flüchtig ist verleiht er die Flügel der Ewigkeit."
Im Stück Air (Luft) verleiht Bach der Luft Ewigkeit. Diese Musik ist einfach unglaublich!
"Er entblößt die menschliche Natur um ihre göttliche Attribute zu zeigen. Den alltäglichen Dingen verleiht er einen spirituellen Reiz, dem was flüchtig ist verleiht er die Flügel der Ewigkeit. Die göttlichen Dinge macht er menschlich und die menschlichen göttlich - so ist eben Bach, der grösste und reinste Moment in der Musik aller Zeiten."
_Pablo Casals (katalanischer Cellist 1876-1973)
"Er entblößt die menschliche Natur um ihre göttliche Attribute zu zeigen. Den alltäglichen Dingen verleiht er einen spirituellen Reiz, dem was flüchtig ist verleiht er die Flügel der Ewigkeit. Die göttlichen Dinge macht er menschlich und die menschlichen göttlich - so ist eben Bach, der grösste und reinste Moment in der Musik aller Zeiten."
_Pablo Casals (katalanischer Cellist 1876-1973)
"Eines der wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke"
Die Chaconne von Johann Sebastian Bach, ein Stück für eine Violine:
"Die Chaconne ist mir eines der wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke.
Auf ein System für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen.
Hätte ich das Stück machen, empfangen können, ich weiss sicher, die übergrosse Aufregung und Erschütterung hätten mich verrückt gemacht."
_Johannes Brahms (deutscher Komponist 1833-1897)
"Die Chaconne ist mir eines der wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke.
Auf ein System für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen.
Hätte ich das Stück machen, empfangen können, ich weiss sicher, die übergrosse Aufregung und Erschütterung hätten mich verrückt gemacht."
_Johannes Brahms (deutscher Komponist 1833-1897)
Heines "Meer von blauen Gedanken"
Die BLAUE Blume
| Die Wegwarte, fotografiert in Mühlhausen. |
Professoren vermuten die Blaue Blume in der Wegwarte. Sie strahlt für uns auf dem Foto.
Für die Dichter Hölderlin und Novalis war die blaue Blume Sinnbild für die Sehnsucht nach Liebe. Sie liebten und sie sehnten.
Sie waren Menschen. Wie die Figur Heinrich von Ofterdingen im Roman von Novalis:
„Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die […] ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstliche Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit. Endlich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewegen und zu verändern anfing; die Blätter wurden glänzender und schmiegten sich an den wachsenden Stängel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blütenblätter zeigten einen blauen ausgebreiteten Kragen, in welchem ein zartes Gesicht schwebte. Sein süßes Staunen wuchs mit der sonderbaren Verwandlung, als ihn plötzlich die Stimme seiner Mutter weckte […]“
Für die Professoren ist die blaue Blume ambivalentes Symbol für das metaphysische Streben nach dem Unendlichen. Ihre Studenten haben das immer wieder kritisch hinterfragt und so weiter und so fort.
Die Professoren und die Studenten kommen und gehen. Die Sehnsucht und die Liebe bleiben.
Hoffentlich rotten wir nicht auch noch die Wegwarte aus. Sie gilt als Unkraut!
Text und Foto: Michael Zeng
GOTT gegen Göttlich und dann Party
"Wenn die Engel für Gott musizieren, spielen sie Bach. Aber wenn sie unter sich sind, spielen sie Mozart ." (verschiedenen Autoren zugeschrieben, also wahr)
Das wollen wir doch mal wissen!
Und dazu: Wie´s Engel krachen lassen!
Das spielen die Engel für Gott: Gut, wenn der Chef sich mal aufgeregt hat...
Bach Sonata for Violin & Piano BWV 1017 C minor F P Zimmermann, E Pace
Und das geigen Engel unter sich: Leichter, wärmer, Lebensfreude.
Mozart Violin Sonata K.301 Hilary Hahn & Natalie Zhu
Aber wenn die Kollegen aus der Hölle mal zur Party laden. Dann lassen die Engel es krachen.
Dann ist Schluss mit dem Gefiedel...
AC/DC - Thunderstruck
Das wollen wir doch mal wissen!
Und dazu: Wie´s Engel krachen lassen!
Das spielen die Engel für Gott: Gut, wenn der Chef sich mal aufgeregt hat...
Bach Sonata for Violin & Piano BWV 1017 C minor F P Zimmermann, E Pace
Und das geigen Engel unter sich: Leichter, wärmer, Lebensfreude.
Mozart Violin Sonata K.301 Hilary Hahn & Natalie Zhu
Aber wenn die Kollegen aus der Hölle mal zur Party laden. Dann lassen die Engel es krachen.
Dann ist Schluss mit dem Gefiedel...
AC/DC - Thunderstruck
Brecht und Laotse
_Bertolt Brecht
Legende von der Entstehung des Buches Tao Te King auf dem Weg des Laotse in die Emigration
Als er siebzig war und war gebrechlich,
Drängte es den Lehrer doch nach Ruh’,
Denn die Weisheit war im Lande wieder einmal schwächlich
Und die Bosheit nahm an Kräften wieder einmal zu.
Und er gürtete den Schuh.
Und er packte ein, was er so brauchte:
Wenig. Doch es wurde dies und das.
So die Pfeife, die er abends immer rauchte,
Und das Büchlein, das er immer las.
Weißbrot nach dem Augenmaß.
Freute sich des Tals noch einmal und vergaß es,
als er ins Gebirg den Weg einschlug.
Und sein Ochse freute sich des frischen Grases
Kauend, während er den Alten trug.
Denn dem ging es schnell genug.
Doch am vierten Tag im Felsgesteine
Hat ein Zöllner ihm den Weg verwehrt:
„Kostbarkeiten zu verzollen?” „Keine.”
Und der Knabe, der den Ochsen führte, sprach:
„Er hat gelehrt.”
Und so war auch das erklärt.
Doch der Mann in einer heitren Regung
Fragte noch: „Hat er was rausgekriegt?”
Sprach der Knabe: „Daß das weiche Wasser in Bewegung
Mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt.
Du verstehst, das Harte unterliegt.”
Daß er nicht das letzte Tageslicht verlöre,
Trieb der Knabe nun den Ochsen an.
Und die drei verschwanden schon um eine schwarze Föhre.
Da kam plötzlich Fahrt in unsern Mann
Und er schrie: „He, du! Halt an!”
„Was ist das mit diesem Wasser, Alter?”
Hielt der Alte: „Interessiert es dich?”
Sprach dem Mann: „Ich bin nur Zollverwalter,
Doch wer wen besiegt, das interessiert auch mich.
Wenn du’s weißt, dann sprich!
Schreib mir’s auf. Diktier es diesem Kinde!
So was nimmt man doch nicht mit sich fort.
Da gibt’s doch Papier bei uns und und Tinte
Und ein Nachtmahl gibt es auch: ich wohne dort.
Nun, ist das ein Wort?”
Über seine Schulter sah der Alte
Auf den Mann: Flickjoppe. Keine Schuh.
Und die Stirne eine einzige Falte.
Ach, kein Sieger trat da auf ihn zu.
Und er murmelte: „Auch du?”
Eine höfliche Bitte abzuschlagen
War der Alte, wie es schien, zu alt.
Denn er sagte laut: „Die etwas fragen,
Die verdienen Antwort.” Sprach der Knabe: „Es wird auch schon kalt.”
„Gut, ein kleiner Aufenthalt.”
Und von seinem Ochsen stieg der Weise,
Sieben Tage schrieben sie zu zweit.
Und der Zöllner brachte Essen (und er fluchte nur noch leise
Mit den Schmugglern in der ganzen Zeit).
Und dann war’s so weit.
Und dem Zöllner händigte der Knabe
Eines Morgens einundachtzig Sprüche ein
Und mit Dank für eine kleine Reisegabe
Bogen sie um jene Föhre ins Gestein.
Sagt jetzt: kann man höflicher sein?
Aber rühmen wir nicht nur den Weisen,
Dessen Name auf dem Büchlein prangt!
Denn man muß dem Weisen seine Weisheit erst entreißen.
Darum sei der Zöllner auch bedankt:
Er hat sie ihm abverlangt.
Legende von der Entstehung des Buches Tao Te King auf dem Weg des Laotse in die Emigration
Als er siebzig war und war gebrechlich,
Drängte es den Lehrer doch nach Ruh’,
Denn die Weisheit war im Lande wieder einmal schwächlich
Und die Bosheit nahm an Kräften wieder einmal zu.
Und er gürtete den Schuh.
Und er packte ein, was er so brauchte:
Wenig. Doch es wurde dies und das.
So die Pfeife, die er abends immer rauchte,
Und das Büchlein, das er immer las.
Weißbrot nach dem Augenmaß.
Freute sich des Tals noch einmal und vergaß es,
als er ins Gebirg den Weg einschlug.
Und sein Ochse freute sich des frischen Grases
Kauend, während er den Alten trug.
Denn dem ging es schnell genug.
Doch am vierten Tag im Felsgesteine
Hat ein Zöllner ihm den Weg verwehrt:
„Kostbarkeiten zu verzollen?” „Keine.”
Und der Knabe, der den Ochsen führte, sprach:
„Er hat gelehrt.”
Und so war auch das erklärt.
Doch der Mann in einer heitren Regung
Fragte noch: „Hat er was rausgekriegt?”
Sprach der Knabe: „Daß das weiche Wasser in Bewegung
Mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt.
Du verstehst, das Harte unterliegt.”
Daß er nicht das letzte Tageslicht verlöre,
Trieb der Knabe nun den Ochsen an.
Und die drei verschwanden schon um eine schwarze Föhre.
Da kam plötzlich Fahrt in unsern Mann
Und er schrie: „He, du! Halt an!”
„Was ist das mit diesem Wasser, Alter?”
Hielt der Alte: „Interessiert es dich?”
Sprach dem Mann: „Ich bin nur Zollverwalter,
Doch wer wen besiegt, das interessiert auch mich.
Wenn du’s weißt, dann sprich!
Schreib mir’s auf. Diktier es diesem Kinde!
So was nimmt man doch nicht mit sich fort.
Da gibt’s doch Papier bei uns und und Tinte
Und ein Nachtmahl gibt es auch: ich wohne dort.
Nun, ist das ein Wort?”
Über seine Schulter sah der Alte
Auf den Mann: Flickjoppe. Keine Schuh.
Und die Stirne eine einzige Falte.
Ach, kein Sieger trat da auf ihn zu.
Und er murmelte: „Auch du?”
Eine höfliche Bitte abzuschlagen
War der Alte, wie es schien, zu alt.
Denn er sagte laut: „Die etwas fragen,
Die verdienen Antwort.” Sprach der Knabe: „Es wird auch schon kalt.”
„Gut, ein kleiner Aufenthalt.”
Und von seinem Ochsen stieg der Weise,
Sieben Tage schrieben sie zu zweit.
Und der Zöllner brachte Essen (und er fluchte nur noch leise
Mit den Schmugglern in der ganzen Zeit).
Und dann war’s so weit.
Und dem Zöllner händigte der Knabe
Eines Morgens einundachtzig Sprüche ein
Und mit Dank für eine kleine Reisegabe
Bogen sie um jene Föhre ins Gestein.
Sagt jetzt: kann man höflicher sein?
Aber rühmen wir nicht nur den Weisen,
Dessen Name auf dem Büchlein prangt!
Denn man muß dem Weisen seine Weisheit erst entreißen.
Darum sei der Zöllner auch bedankt:
Er hat sie ihm abverlangt.
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