test
„Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, ein vernünftiges Wort sprechen.“ _Johann Wolfgang von Goethe
Posts mit dem Label starke Frauen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label starke Frauen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

STARKE FRAUEN, Teil 8: JOHANNE D'ARC

JOHANNE D'ARC heißt im deutschen Sprachraum Johanna von Orleans. 
Der hundertjährige Krieg tobte zwischen Frankreich und England von 1337 bis 1453. Die Engländer wollen ihren Besitz behalten im Norden und Westen des heutigen Frankreich. Nachdem Wilhelm der Eroberer von Frankreich aus England erobert hatte, bliebe er und seine Nachfolger auf dem Festland weiter die Herzöge der Normandie. Allerdings gehörte zum Herzogtum auch der gesamte Westen des heutigen Frankreichs. 

Die Franzosen wollen die Engländer vertreiben von ihrem Festland. Hundert Jahre lang gelingt keiner Seite die endgültige Entscheidung.
 
Ein schwacher französischer König, Karl VII., mochte oder konnte nicht führen. 

Da erscheint ein Bauernmädchen: Johanne D'Arc führt die Franzosen in Kämpfe und Schlachten. Die Franzosen fassen Mut und Selbstvertrauen. Keiner will dem Mädchen nachstehen. Ein Teil ihres Mythos: Sie ist Jungfrau.

Die Burgunder sind mit den Engländern verbündet. Burgund liegt im Südosten des heutigen Frankreich. Mit List und Verrat kidnappen die Burgunder Johanna.

Von den Engländern wird Johanne 1431 vergewaltigt und verbrannt. Sie wurde 19 Jahre alt. Die Vergewaltigung diente auch dazu, ihre Aura als "Jungfrau von Orleans" zu brechen. Bis heute wirkt das Gerücht, eine andere Frau ging für Johanna in den Feuertod. 

Im Bild die Unterschrift von Johanna. Quelle: Wikipedia

STARKE FRAUEN, Teil 7: BRUNHILDE


Wir kennen die Sage, das Nibelungenlied. Okay, wir kennen Krimhild, die schöne Königin und Rächerin ihres Mannes Sigi. Der war stark und herrlich, ein Schönling aus dem Fitnesscenter. Wahrscheinlich blond. Aber zu doof zum Baden in Drachenblut und sehr naiv. Frauen liebten ihn. Krimhild bekam ihn. Hagen fand das doof usw. Witwe Krimhild heiratete aus Rache reich: Der Nibelungen Not. Bla, Bla.

Aber wer war BRUNHILDE?

Sie war die starke schöne Königin von Island. Nur, wer sie besiegte, den wollte sie heiraten. Als junge Frau, fast noch ein Mädchen, da traf sie Siegfried, ja, den schönen Sigi. Sie verliebte sich. Sigi nahm. Er war gerade auf Wanderschaft zu Krimhild, der Prinzessin mit Erbschaft. Da pflückte er eben die wilde Blume im Wald... Sigi versprach Brunhilde, zurück zu kommen und sie zu heiraten. Die Zeit verging. Brunhilde wurde Königin von Island. Sie wollte auf Sigi warten. Sie trainierte hart, um nur von ihm "besiegt" zu werden. 

Bei den alten heidnischen (!) Germanen waren die Frauen gleich berechtigt. Mit dem Christentum änderte sich das. Die Frau hatte dem Mann untertan zu sein. Das Nibelungenlied wurde von christlichen Mönchen fertig geschrieben. 

Da passten natürlich keine überstarken Frauen, die Männer besiegten, reihenweise. Da musste heidnische Zauberei im Spiel sein. Die Mönche machten aus Brunhilde eine Walküre, von Odin aus Walhalla verbannt. Und nur durch ihren Zaubergürtel war Brunhilde unbesiegbar.

Sigi fuhr mit König Günther nach Island zu Brunhilde. König Günther war Sigis Schwager. Der wollte Brunhilde frein. Sigi "besiegte" Brunhilde. Ob er dazu eine Tarnkappe brauchte? Brunhilde wurde trotzdem betrogen. Sie musste Günther heirateten. Sigi war ja schon vergeben. Und so weiter: Der Nibelungen Not.

STARKE FRAUEN, Teil 4: Tusnelda war keine Tussi

"Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder," barmte Kaiser August. Er war der mächtigste Mann der Welt. Er herrschte im Imperium Romanum, im Römischen Reich.

Varus war Statthalter des Reiches in Germanien. Er führte durch Dummheit und Dünkel drei Legionen in den völligen Untergang. Das waren über neuntausend schwer bewaffnete Legionäre plus Reiterei und Tross und Kasse. Auch für die alten Römer ein riesiger Verlust. Ebenso ein Verlust an Prestige. Die Römer waren sauer.

Der Anführer der Germanen in der Schlacht im Teutoburger Wald hieß Arminius. Er liebte Tusnelda, die Tochter des germanischen Fürsten Segestes. Der hatte Tusnelda einen anderem versprochen. Tusnelda liebte Arminius. Der entführte Tusnelda. Beide heirateten. Bald war Tusnelda schwanger. Ihr eigener Vater nahm sie gefangen und übergab seine schwangere Tochter an die Römer.


Arminius selbst konnten die Römer nicht erreichen. Sie rächten sich an seiner schwangeren Frau. Tusnelda wurde geschändet, erniedrigt, verspottet und in Rom öffentlich zur Schau gestellt. Im Jahre 17 nach Christus verliert sich ihre Spur. Und die ihres Sohnes Tumelicus.

Bis heute wirkt das Mobbing der Römer nach. Von Tusnelda ist Tussi abgeleitet.

Michael Zeng 

(Quelle Foto: Wikipedia.)

STARKE FRAUEN, Teil 6: Radegunde von Thüringen

Radegunde in der ehemaligen Klosterkirche von Portiers
Radegunde in der ehemaligen Klosterkirche von Portiers
520 nach Christus wurde Radegunde in Thüringen geboren, wo heute die Mühlburg steht, eine der Drei Gleichen. Radegunde war die Tochter des Bruders des letzten Königs der Thüringer Herminafried.

Das Reich der heidnischen Thüringer bestand etwa 80 Jahre, es reichte vom Harz bis an die Donau. Das Heer der Thüringer wurde an der Unstrut vom Heer der Franken vernichtet. Die vielen Toten stauten die Unstrut. Ihr Blut färbte das Wasser rot. Die Sachsen hatten die Thüringer im Stich gelassen. Der letzte König der Thüringer starb durch eine List der Franken. Seine Familie wurde nach und nach ermordet. Nur Radegunde blieb am Leben. Sie war da etwa elf Jahre alt.

Die Franken demütigten die Thüringer tief. Sie mussten viele Jahrhunderte lang Schweine an die Franken liefern.

Der fränkische König Chlothar I. ließ Radegunde am Hof christlich erziehen. Sie lernte lesen und verschlang viele Bücher. Ihre gute Kleidung und ihr gutes Essen verschenkte Radegunde an die armen Kinder am Hof. Man meinte aus Barmherzigkeit. Ich glaube, weil sie keine Geschenke der Franken annehmen wollte.

Als Radegunde zwanzig war, zwang der König sie, ihn zu heiraten. Radegunde verwehrte ihm den Vollzug der Ehe. Das Angebot einer Scheidung lehnte sie ab. Alles, was der König ihr schenkte, gab sie an die Armen weiter.

Nach einiger Zeit vermachte der König Radegunde ein Kloster in Portiers. Die Stadt liegt zwischen Paris und dem Atlantik. Radegunde ließ sich nicht zur Äbtissin wählen. Sie wollte einfache Nonne bleiben. Aber sie war die Königin.

Bald kam der fahrende römische Sänger Fortunatus vorbei. Er blieb 23 Jahre im Kloster der Radegunde. Er reiste viel im Auftrag des Klosters, führte Verhandlungen. Ihm diktierte Radegunde ihre Geschichte. Nach ihrem Tod wurde Radegunde heilig gesprochen.

Foto und Text: Michael Zeng 

In der Kirche ihre Klosters hängt heute noch eine Thüringer Fahne.  

STARKE FRAUEN, Teil 5: The Golden Earrings

Marlene Dietrich als Lydia in Die Goldenen Ohrringe
Quelle: Wikipedia
Die Band Golden Earring hieß zuerst The Golden Earrings: Die Goldenen Ohrringe
Die Band nannte sich nach dem gleichnamigen Film von 1947.
Der Star des Films war Marlene Dietrich: die Dietrich.

Marlene Dietrich: Sie betrat die Filmwelt als Tänzerin Lola im Lokal „Der Blaue Engel“. So hieß auch der Film. Wenn die Welt noch nicht wusste, was ein Vamp ist, jetzt wusste sie es. Ein Professor verfiel Lola total. Ihre Magnifizenz Professor Unrat machte sich wegen Lola zum Pfeffi, zum Idioten. Lola zuckte mit den Schultern.

Die Nazis wollten Marlene Dietrich instrumentalisieren, als Super Germanin. Die Dietrich zuckte mit den Schultern. Die Film-Nazis waren der Dietrich zu piefig. Sie hatte genug von den Professoren Unrat.

Goebbels, der Bock von Babelsberg, hatte bei der Dietrich keine Chance. Den Spitznamen bekam Propaganda-Chef Goebbels wegen seiner Methoden, wie er junge Schauspielerinnen auswählte und engagierte.

Die Dietrich ging nach Hollywood. Sie lernte Englisch ohne Akzent, nahm ab. Als Lola war sie sinnlich pummelig, als die Dietrich nicht. Ihre Disziplin war aus Stahl. Die Amerikaner feierten sie. Nach Deutschland kam die Dietrich im amerikanischen Jeep zurück. Als Siegerin.

Der Film „Die goldenen Ohrringe“ spielt im Zweiten Weltkrieg. Ein amerikanischer Spion soll die Formel des deutschen Giftgases herausfinden. Die Dietrich spielt die Zigeunerin Lydia. Diesmal ist sie kein Vamp, sondern eine liebende Frau mit goldenem Herzen, golden wie ihre Ohrringe.

Die Tochter der Dietrich schrieb ein Buch über ihre gehassliebte Mutter „Meine Mutter Marlene“. Unter dem Foto der Lydia schrieb die Tochter: Eine echtere Zigeunerin gab es nie.

Die niederländische Band Golden Earring wurde berühmt mit dem Song: Radar Love. Im Lied singt ein Lkw-Fahrer, dass die Liebe zwischen ihm und seiner Frau über lange Entfernungen funktioniert, eben wie eine Art Radar Love.
 


Wer jemals an einen geliebten Menschen dachte, der kennt den Rhythmus: So schlägt ein liebend aufgeregtes Herz: Radar Love.


Michael Zeng

STARKE FRAUEN, Teil 1: Mythos MATA HARI... Die verratene Verräterin

Ab kommenden Jahr sind die Verhandlungsakten öffentlich. Dann werden wir wissen, ob Mata Hari wirklich eine Spionin war im Ersten Weltkrieg für das Deutsche Reich gegen Frankreich. Oder ob die Holländerin nur ein Opfer war der tödlichen Propaganda kurz vor Kriegsende. Fest steht, sie war die bekannteste Spionin und eine der Schönsten und sie wurde im Oktober 1917 hingerichtet. Mata Hari ist Javanisch und bedeutet "Auge des Tages". Gemeint ist die Sonne.

Quelle Foto: Wikipedia

STARKE FRAUEN, Teil 2: DIE verspielte INDIANERIN

Pocahontas war eine Häuptlingstochter eines untergegangen Stammes in Virginia an der Ostküste der USA in der Wende zum 17. Jahrhundert.

Sie lebte in einer Zeit, als in Nordamerika Engländer und Indianer sich gerade kennen lernten. Sie rettete einen Kapitän Smith vor dem Marterpfahl. Sie heiratete aus politischen Gründen einen Farmer Rolfe.

Der Disney-Konzern dichtete Pocahontas eine Liebe an zu Herrn Schmidt. Diese Liebe gab es nie. Wen sie liebte, wissen wir nicht.

In ihrem Stamm war sie adlig. Das anerkannten die Engländer. Sie luden Pocahontas nach London ein als Botschafterin ihres Vaters, der als König anerkannt wurde.

"Pocahontas" ist ein Kosemame und bedeutet "die lustige Verspielte". Durch ihre Intelligenz und Munterheit fiel Pocahontas auf am steifen englischem Hof. Sie ließ sich taufen.

Kurz vor ihrer Heimreise nach Virginia starb sie im Jahr 1617. Sie wurde nur 22 Jahre alt. Begraben wurde Pocahontas als Rebecca Rolfe nahe London.

Text: Michael Zeng 
Foto: Wikipedia

STARKE FRAUEN, Teil 3: Judith enthauptet Holofernes

Judith gemalt von August Riedel
Judith gemalt von August Riedel

Judith ist eine Frau in der Bibel. Allerdings nur in der katholischen und der orthodoxen Bibel, nicht der evangelischen. Die Handlung aber ist ein Mythos.

Holofernes war ein Heerführen aus Asien. Er verheerte und verwüstete Kleinasien und Syrien. Mit 180.000 Mann wollte er Israel erobern. Zwischen ihm und Israel lag ein Gebirge. Der einzige Pass wurde von einer Bergfestung gesperrt. Betulia war Festung und Stadt. Holofernes belagerte die Wehranlage. Die Stadtoberen verzagten. Wussten keinen Ausweg.

Judith war eine junge Witwe, reich und schön. Sie ging zu Holofernes und sie gefiel ihm. Der Heerführer war angetan vom Mut der Judith und ihrer Schönheit und ihrer Bildung und Klugheit. Sie erzählte Holofernes Geschichten.

Am 40. Tag der Belagerung gab Holofernes zu Ehren der Judith ein Fest. Die kam mit ihrer alten Magd. Man feierte. Holofernes fraß und soff und grabbelte an Judith rum. Die lächelte. Holofernes torkelte mit ihr ins Schlafzelt. Besoffen schlief er ein. Judith lächelte.
Mit Holofernes eigenem Schwert schnitt Judith ihm den Kopf ab. Die Magd half.

Mit einem schweren Korb verließen Judith und ihre Magd das Lager des Holofernes.

Am nächsten frühen Morgen stürmten die Juden aus ihrer Festung. Vorweg trug ein Kämpfer das Haupt des Holofernes auf einer Stange. Das erschreckte die Kämpfer des Holofernes sehr. Sie ließen alles stehen und liegen und flohen Hals über Kopf.

Zu Lebzeiten der Judith hat niemand mehr Israel angegriffen.

Text: Michael Zeng 
Bilder: Judith gemalt von August Riedel. Judith enthauptet Holofernes, gemalt von Artemisia Gentileschi, einer Malerin der Renaissance, Zeitgenossin von Michelangelo und Raffael. Quelle der Fotos: Wikipedia

Judith enthauptet Holofernes, gemalt von Artemisia Gentileschi,
Judith enthauptet Holofernes, gemalt von Artemisia Gentileschi,

STARKE FRAUEN, Teil 0: ADAMS erste FRAU

John Collier: Lilith

Was in der Bibel steht, das muss man glauben. Unsere heutige Bibel ist eine Zusammenstellung jüdischer Sagen, Legenden und Geschichten. Die Redaktion befand sich im Tempel von Jerusalem. Die Redaktion wählte bestimmte Texte aus, verwarf andere. Die verworfenen fand im 20. Jahrhundert ein junger Hirte in einer Höhle in der Wüste.

Zu den heute fast vergessenen Legenden gehört die Geschichte von Adams erster Frau. Das was nicht Eva. Adams erste Frau war Lilith.

Schon die alten Babylonier berichten von Lilith. Alle alten Geschichten widersprechen sich. Mal ist Lilith ein Dämon, mal ein guter Geist. Mal lieb, mal grausam. Mal brachte Lilith Segen, mal Leid. Mal ist sie eine, mal viele. Lilith ist fassbar und unfassbar. Sie ist eine Frau.
Ihr schönster Beiname ist "Nachtwind".

Adam muss als erster Ehemann eher passiv gewesen sein. Lilith trat Gott auf Augenhöhe entgegen. 
Der Teufel hatte keine Macht über sie. Lilith fand Gottes wahren Namen heraus. Jawe oder Jehova ist nur eine Umschreibung. Immer, wenn Lilith Gott bei seinem wahren Namen rief, musste Gott ihr einen Wunsch erfüllen. Lilith bat Gott um Flügel und flog davon. Niemand weiß wohin.
Die Bibel will Lilith gesichtet haben unter den Tieren der Wüste.

Erst da tat Adam die linke Seite weh. Gott entfernte Adams Schmerz und formte Eva daraus.
Das Folgende ist bekannt. Eva überredete Adam, in den Apfel der Erkenntnis zu beißen. Adam und Eva erkannten, was gut ist, was böse ist. So verloren beide das Paradies. Lilith flog freiwillig weg. Fliegen zu können, war ihr wichtiger als passive Geborgenheit. John Collier hat Lilith gemalt.

Michael Zeng