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„Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, ein vernünftiges Wort sprechen.“ _Johann Wolfgang von Goethe
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Mal wieder: Der MDR dreht in Niederdorla, wie ich den Dreh erlebte:

Der MDR dreht am geographischen Mittelpunkt Deutschlands, in Niederdorla, meinem Heimatdorf.


Link zu meinem Artikel über die Dreharbeiten zur MDR-Sendung Unser Dorf hat Wochenende über Niederdorla am 14. März 2021:

BLAUES MEER in schwarz-weiß

"Lehre mich tanzen!" Das bittet der eine Mann den anderen Mann. Und dann tanzen sie. Kurz zuvor haben beide alles verloren. 




"Heh, Boss! Hast du jemals erlebt, dass etwas so bildschön zusammen kracht?"
Die beiden haben gerade alles Geld verloren.
Die beiden haben gerade alles verloren, was sie sich aufgebaut haben.
Ihre ganze Existenz ging drauf.
Beide verloren ihre großen Lieben.

Grund genug, um zu tanzen und zu lachen.
"Leben ist Schwierigkeit. Nur der Tod ist es nicht. Leben heißt, den Gürtel festschnallen und ausschauen nach Schwierigkeit."


Szene aus dem Film "Alexis Sorbas"
Anthony Quinn in der Rolle seines Lebens!

Vor 15 Jahren: STAMM_TISCH Nummer 100

Vor 15 Jahren habe ich meine erste Reportage geschrieben, während einer Ausbildung zum Redakteur in München...
Würde gern mal schauen, ob es den Stammtisch Nummer 100 noch gibt

Text der Reportage auf xblau.de

ZEIT_ZEICHEN

Das Projekt Archivalie des Monats war nominiert für den Thüringer Archivpreis 2015

NACH OBEN oder B. Brecht und das BLAU


Über dem Vogteier Meer abends am 25.Juni2015
Es lohnt sich immer mal nach oben zu schauen.
Manche vermuten dort den lieben Gott.
Manche unendliche Weiten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Auf jeden Fall sehen wir dort meist Wolken.
Die bestehen nur aus Wasserdampf.
Aber mit Sonne und Wind und dem Blau des Himmels bilden Wolken doch wundervolle Bilder, immer wieder neu.
Die Konstellationen der Wolken verändern sich ständig.
Doch die Schönheit bleibt, ändere sich, was wolle.
Das beruhigt irgendwie.
Sind Wolken nur Wasserdampf?

Bertolt Brecht:
Erinnerung an die Marie A.

1
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.
2
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.
3
Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

KULTUR DES ABENDLANDES

Dieses Bild schuf der deutsche Künstler Matthias Grünewald im Jahr 1525, vor 490 Jahren.

Die Kreidezeichnung fand man nach dem Tod des Künstlers in einer Schublade, die er vernagelt hatte. Es fehlt also die Aussage des Künstlers, was er dargestellt hat. Wahrscheinlich wollte Grünewald es nicht sagen, nicht sagen müssen.

Die Wissenschaft glaubt, Grünewald habe Kritik an der römischen Kirche geübt. Als er an der Zeichnung gearbeitet haben muss, fand in Deutschland die Reformation statt. Auch eine Kampfschrift Ulrichs von Hutten war im Umlauf. Von Hutten war einer der letzten echten Ritter. Er tauschte das Schwert und Schild ein gegen die Feder und Tinte. In seinen Schriften warf er der Kirche vor: Sie sei unkeusch, geizig und hoffärtig. Heute würde man sagen: geil, habgierig und überheblich. Das soll Grünewald dargestellt haben in seinen drei Köpfen.

Es könnte aber auch die heilige Dreieinigkeit sein, links der Heilige Geist, in der Mitte Gottvater und rechts Jesus. Das wäre die höchste Kritik an den Zuständen der damaligen römischen Kirche, die je ein Künstler erreicht hat. Gründewald wusste wohl, warum er die Schublade vernagelte, in der die Zeichnung lag. Aber wenn Gott-Vater uns aus der Mitte heraus anschaut, dann vielleicht nicht geizig oder habgierig. Ich finde er schaut uns nachdenklich an. Eigentlich traurig. Wahrscheinlich ist es doch Gott.

Michael Zeng