„Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, ein vernünftiges Wort sprechen.“ _Johann Wolfgang von Goethe

Vom Nebenmensch blieb nur die Herpes


Der Paranthropus war eine andere Art von Ur-Mensch. Der Name Paranthropus bedeutet Neben[dem]Menschen. Er lebte also neben dem Menschen. So wie heute die Menschenaffen. 

Der Paranthropus lebte von 2,9 bis 2,1 Millionen Jahren. 

Der Paranthropus und der Homo erectus lebten etwa eine Millionen Jahre parallel in Afrika. Dann starb Paranthropus aus und der Homo erectus entwickelte sich weiter in Europa zum Neandertaler in Afrika zum Homo sapiens, also zu uns. 

Der Paranthropus sah aus wie ein Gorilla mit menschlichem Gesicht. Sein Schädel war überproportional groß im Vergleich zum Körper. Er entwickelte einen gewaltigen Unterkiefer, dessen Muskeln an einem Knochenkamm auf dem Schädel ansetzten. So wie das bei Gorillas zu sehen ist. Deshalb haben Gorillas so hohe Schädel. 

Während die Home erectus universale Körper und Gliedmaßen entwickelten, waren die Körper von Paranthropus spezialisiert auf Nahrung, die eine gewaltige Kau-Kraft und riesige Zähne benötigte: Zweige, Nüsse, Knochen von Aas. Natürlich konnten sie auch weiche Nahrung essen. Aber sie aßen hauptsächlich Nahrung, die Homo erectus nicht ohne Werkzeuge oder Feuer verzehren konnte. 

Wahrscheinlich nutze Paranthropus Werkzeuge, wie Faustkeile, die Homo erectus hergestellt hatte. Sie selbst passten Knochen als Werkzeug an. So wie die Affen im Film Odyssee 2001. 

Die Paranthropus nutzen auf jeden Fall das Feuer. Sie härteten ihre Werkzeug-Knochen in den Flammen. Unklar bleibt, ob sie selber Feuer machen konnten. 

Die Technologie, Speere aus Holz herzustellen und zu nutzen, gaben die Homo erectus nicht weiter an den Paranthropus. Vielleicht konnte der das auch nicht erfassen und Speere wirklich planmäßig als präzise Wurfgeschosse nutzen. 

Vielleicht tauschten Paranthropus bei Homo erectus Faustkeile ein gegen Nüsse und Früchte, die sie gesammelt hatten. Vielleicht konnten sie besser klettern als Homo erectus. 

Als das Klima sich in Afrika wandelte, gab es die Pflanzen am Ort nicht mehr, von denen sich Paranthropus ernährte. Der Paranthropus starb also durch den Klimawandel aus. Er konnte sich nicht anpassen. 

Die Homo erectus waren weniger spezialisiert und passten sich an und erschlossen sich neue Nahrung. Er ging auf die Jagd und nutzte das Feuer, um neue Fleisch und Wildpflanzen essbar zu machen. 

Was blieb von den Paranthropus? Es blieb das Herpes-zwei-(HSV2)-Virus. Paranthropus stecke sich an bei den Schimpansen und gab das Virus weiter an Homo erectus. Wie, das ist noch nicht geklärt. Vom Homo erectus haben wir das Herpes-zwei-Virus geerbt.

Michael Zeng